PhD Aaron D. Cherniak

Klinischer Psychologe

PhD Aaron D. Cherniak

Aaron D. Cherniak, PhD, ist klinischer Psychologe und Postdoktorand am Israel Center on Addiction and Mental Health (ICAMH) an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er erwarb einen Bachelorabschluss in Psychologie sowie die rabbinische Ordination an der Yeshiva University, einen Masterabschluss in Klinischer Psychologie an der Reichman University und promovierte in Psychologie an der Stockholm University

Seine Forschung befasst sich mit der Schnittstelle von Spiritualität/Religion und psychischer Gesundheit und nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, der über rein deskriptive Fragestellungen hinausgeht und gezielt kausale Wirkmechanismen untersucht. Dieses Interesse umfasst unter anderem transzendente Emotionen im Alltag, kontemplative Übungen, Psychedelika sowie intensive spirituelle Erfahrungen und berücksichtigt dabei sowohl förderliche als auch belastende Auswirkungen

Seit Abschluss seiner klinischen Ausbildung zu Beginn des Israel-Hamas-Krieges behandelt Aaron Traumafolgestörungen und Depressionen bei Soldat:innen, Ersthelfer:innen und Zivilist:innen am Shaare Zedek Medical Center

In den letzten Jahren ist ein Wiederaufleben der psychedelischen Forschung zu beobachten. Evidenzbasierte Erklärungsmodelle befinden sich jedoch weiterhin in einem frühen Entwicklungsstadium, und es besteht ein Bedarf an umfassenden, breit akzeptierten theoretischen Rahmenmodellen, um die zugrunde liegenden Prozesse und Wirkmechanismen von Veränderung zu erklären. 

Dieser Vortrag stellt eine relationale psychedelische Wissenschaft vor, die auf der Bindungstheorie basiert – einer der beständigsten und einflussreichsten psychologischen Theorien, die „von den biologischen Tiefen unseres Seins bis zu seinen weitesten spirituellen Dimensionen reicht“ (Holmes, 2014, S. 83). 

Jahrzehntelange Forschung belegt die Relevanz von Bindung für zahlreiche für Psychedelika zentrale Bereiche, darunter Entwicklung über die Lebensspanne, Selbstregulation und damit verbundene kognitive Prozesse, zwischenmenschliche Beziehungen, Psychotherapie und Neurowissenschaften, ebenso wie für die religiösen, spirituellen oder mystischen Erfahrungen, die häufig die psychedelische Phänomenologie prägen. 

Es wird aufgezeigt, wie ein bindungstheoretischer Bezugsrahmen dazu beitragen kann, zentrale Befunde und Konzepte der wachsenden psychedelischen Literatur zu integrieren, überprüfbare Hypothesen zu generieren und die klinische Anwendung zu informieren.

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